Frühkindliche Bildung zwischen Beziehung, Leiblichkeit und professioneller Selbstreflexion
Historische und aktuelle Diskurslinien
DOI:
https://doi.org/10.11576/fs-8692Abstract
Der Beitrag rekonstruiert ausgewählte historische, sozialpolitische und erkenntnistheoretische Diskurslinien frühkindlicher Betreuung in Deutschland und zeigt, wie sich Vorstellungen von Kindheit, Erziehung und frühpädagogischer Verantwortung über Jahrhunderte verschoben haben. Im Zentrum stehen die wechselnden gesellschaftspolitischen Motivlagen – von ideologisch geprägten Familienleitbildern über geschlechter- und arbeitsmarktpolitische Interessen bis hin zu aktuellen Debatten um Teilhabe, Chancengerechtigkeit und kindlicher Bildungsrechte. Durch die Analyse der unterschiedlichen Entwicklungsphasen, einschließlich der divergierenden Systeme in BRD und DDR, wird deutlich, dass Frühpädagogik stets ein umkämpftes Feld sozialer Aushandlungsprozesse blieb. Der Beitrag plädiert dafür, frühkindliche Bildung um eine leibbezogene und psychodynamisch fundierte Perspektive zu erweitern, um Selbstbildungsprozesse des Kindes sowie professionelle Anforderungen an Fachkräfte herzustellen.
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